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Das Veranstaltungsportal des Kulturrings Siegerland-Wittgenstein
Sa. 11.06.2022
Der zerbrochne Krug
Schauspiel & Musiktheater
20.00 Uhr
Apollo-Theater Siegen, Morleystr. 1
Im Dorfe Huisum ist Gerichtstag, und Richter Adam stolpert gleich am Morgen aus dem Bett und über sich selbst. Jedenfalls behauptet er das. Denn so sehr der Adamsfall als Metapher stimmt, ist dies nur die erste einer Vielzahl von Lügen, die der Richter ungeniert von sich gibt. Der wirkliche Grund für seinen lädierten Fuß und das zerschundene Gesicht ist die Folge eines Missbrauchs, den er in der Nacht zuvor begangen hat: Die junge Eve in deren Zimmer bedrängend, wird er überrascht von ihrem Verlobten Ruprecht und verletzt sich flüchtend beim Sprung durchs Fenster. Obendrein geht dabei ein Krug entzwei. Mit diesem zieht Eves Mutter Marthe nun vor Gericht und bezichtigt Ruprecht des nächtlichen Übergriffs. Jener widerspricht heftig, während Eve von Adam erpresst wird und schweigt. Dies alles im Beisein von Schreiber Licht, der klüger und mitwissender ist als er es zeigt, sowie unter den Augen der neuen Gerichtsrätin Walter, die zur Prüfung und Revision der Justiz angereist ist. In aller Öffentlichkeit macht Adam sich selbst den Prozess, wobei sein Ziel offensichtlich ist: Ruprecht als Täter verurteilen und den Fall schnell zu den Akten legen. Das Deutsche Theater Berlin spielt unter Regie von Anne Lenk mit Ulrich Matthes als Dorfrichter Adam. "Mit eiskaltem Hohn und echtem Amüsement wird hier auf den Täter geblickt", schrieb Wolfgang Höbel (Der Spiegel, 19.12.2021) dazu: "Im Fall des Autors Kleist und des klassischen Lustspiels ,Der zerbrochne Krug' gelingt Lenk ein klug austariertes, oft schamlos komisches 90-Minuten-Kunststück. Es ist eine Feier der wunderbar verdrehten kleistschen Sprache, manchmal auch bloß eine hinreißende Blödelei. […] Es ist eine Party in Grellorange, die die Regisseurin Lenk hier präsentiert, eine Triumphsitzung über den "MeToo-Schurken Adam, der seiner gerechten Strafe zugeführt werden muss. […] Am Ende jubelt das Publikum im erleuchteten Saal, als seien die finsteren Zeiten des Patriarchats für alle Zeiten vorbei." "Eine ungemein frische, witzige, leichtfüßige Klassiker-Inszenierung." (Peter Laudenbach, 1912.2021, Süddeutsche Zeitung)
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